Diplomarbeit
Physiotherapiegeräte für Kinder

Dieser Text ist nur ein kurzer Auszug aus der ganzen Arbeit.
Die medizinische Abhandlung, Entwicklung und weitere Schilderungen der Entwürfe werden in anderen Abschnitten besprochen.

Im Vordergrund meines Entwurfes stehen die vorher beschriebenen Aspekte, damit das Therapiegerät dem Kind und dem Therapeuten zahlreiche Möglichkeiten der Benutzung gibt und über verschiedene Wege die Aufmerksamkeit und das Interesse des Kindes wecken und halten kann.

Darüber hinaus sollte mein Entwurf auf unterschiedliche Weise während einer Therapie oder in unterschiedlichen Therapieformen einzusetzen sein. Wie schon weiter oben erwähnt ist es unmöglich ein Gerät oder Hilfsmittel für die Arbeit mit Kindern zu entwickeln, dass ausschließlich für eine bestimmte Therapieform einzusetzen ist. Sicher gilt das nicht für z.B. Geräte der Gleich-, Niederfrequenz- und Mittelfrequenzstromtherapie, der Ultraschalltherapie oder der Wärme- und Kälteträgertherapien. In der Physiotherapie, zu der auch die Krankengymnastik zählt [hier möchte ich nochmals auf die Gesetzesveränderung 1994 verweisen, nach der die Berufsbezeichnung der KrankengymnastenInnen PhysiotherapeutenInnen ist] ist dieses sehr schwer zu bewerkstelligen. Auf die Gründe wie das Wohlbefinden, die Stimmung, die Vorlieben oder der Grad der Behinderung des Kindes bin ich weiter oben schon eingegangen.

Mir geht es in meinem Entwurf um die Realisierung eines Hilfsmittels oder Physiotherapiegerätes, das gezielt in einer Therapie Einsatz finden kann, um ganz bestimmte Retardierungen oder Fähigkeiten zu schulen oder das auch ein Mittel zum Zweck sein kann, das dem Therapeuten ermöglicht einen Spieltrieb im Kind zu wecken und diesen Spieltrieb eine ganz andere Handlung des Kindes auszunutzen.

8.1 Sinnessysteme

So spreche ich mit diesem Entwurf unterschiedliche Sinne des Menschen sanft und auf eine nicht übertriebene oder aufdringliche Art an, die aber ein großes Möglichkeitsfeld in der Arbeit mit dem Entwurf ermöglichen.

8.1.1 Das taktile System

Das taktile System ist eines dieser angesprochenen Sinnesssysteme, die durch den Entwurf angesprochen werden. Es ist für Reize der Bereiche wie Kälte, Wärme, Schmerz und mechanische Berührung zuständig. Dieses System ermöglicht z.B. die Lokalisierung von Reizen auf der Haut. Besonders reizempfindlich sind dabei die Fingerkuppen. Wie bei der Entwicklung des Kindes bereits beschrieben, lösen die Finger den Mund als maßgebliches Wahrnehmungsorgan ab. Die Finger ermöglichen eine sehr feine und genaue Wahrnehmung der Objekte. Bei vielen Kindern ist die Schulung dieser Fähigkeit, also der Feinwahrnehmung und der Körperwahrnehmung eine sehr häufige Schulung. Ich weise ja in dem Kapitel der Recherche einige Male auf Tastdominos und Fühlsäcke hin. Dieses Reizsystem fordere ich mit einer unterschiedlichen Beschaffenheit der Oberfläche der einzelnen Elemente. So sind die Oberflächen unterschiedlich gestaltet, um den Kinder möglichst zahlreiche unterschiedliche Erlebnisse und darüber hinaus auch ein positives Feedback zu geben. Das Kind spürt, wann und wie es etwas sicher in der Hand hält. Dennoch habe ich darauf geachtet möglichst nicht zu feine Oberflächenstrukturen zu verwenden, um deren Wahrnehmung überhaupt sicher zu stellen. Auf die einzelnen Oberflächenstrukturen möchte ich bei der Produktbeschreibung weiter eingehen.

8.1.2 Das kinästhetische System

Das kinästhetische System ist für das Körperschema von großer Bedeutung, da es seine Rezeptoren im ganzen Körper in den Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln verteilt hat. Über die Informationen dieser Rezeptoren entwickelt sich dann der Stellungssinn und somit gelangen wir zu Informationen, wie sich unser Körper im Raum verhält und wo sich Teile von ihm befinden. Die Stellungen der Extremitäten nehmen wir auch wahr, wenn uns kein direkter visueller Bezug gegeben ist und sie sich somit außerhalb des Blickfeldes befinden. So kann man über diesen Bewegungssinn auch Bewegungen ohne visuellen Kontakt in die jeweilige Richtung in Geschwindigkeit und Orientierung ausüben. Der Kraftsinn, in diesem Zusammenhang, umschreibt die aufzuwendende Kraft für die jeweilige Bewegung. Über den Grad der Muskelanspannung informiert der Spannungssinn. Dieser ist Vorraussetzung, um bewusst auf die Muskelspannung Einfluss zu nehmen. Dadurch, dass man meinem Entwurf auch in Körperhaltungsschulungen und gezielten Bewegungen einbauen kann, unterstützt es auch diese Sinnesreizung.

8.1.3 Das vestibuläre System

Ein sehr wichtiges System der Wahrnehmung stellt das vestibuläre System da. Sehr viele Therapien, denen ich beiwohnen durfte, befassten sich mit der Schulung des Gleichgewichtes. Zur Verdeutlichung dieses Sinnes muss man wissen, dass im Innenohr des Menschen sich das dafür zuständige Gleichgewichtsorgan befindet. Dieses reagiert auf Schwerkrafteinwirkungen, sowie auf Lage- und Haltungsveränderungen des Körpers. Dabei reagieren die Vorhofsäckchen auf lineare Beschleunigungen und die drei Bogengänge auf Drehbewegungen des Körpers. Diese Bogengänge entsprechen den drei Hauptraumrichtungen. So wirken die Rotationsbeschleunigungen des Körpers auf den Drehbewegungssinn. Das Gleichgewichtssystem lässt sich somit in ein statisches und in ein dynamisches Gleichgewicht einteilen. Für ortsgebundene Aktivitäten ist das statische zuständig, aber das dynamische Gleichgewicht hingegen bezieht sich auf Fortbewegungen jeglicher Art; mögen diese auf ebenen oder labilen Untergründen sein.

8.1.4 Das akustische System

Um Töne, Klänge und Geräusche wahrzunehmen bedarf es des Ohres und seiner Funktionen. So fängt die Ohrmuschel die Schallwellen auf und leitet diese über den Gehörgang an das Trommelfell weiter. Dieses wird durch die Schallwellen in Schwingungen versetzt. Über die Gehörknöchelchen werden die Luftschwingungen dann an das Innenohr übermittelt. Im Innenohr befindet sich dann die Schnecke in der die auditiven Sinneszellen angesiedelt sind. Hier gelangen die akustischen Reize über den Hörnerv in die spezifischen Gehirnzentren. Das auditive System ist von großer Bedeutung für die Sprachentwicklung, da es uns ermöglicht Töne, Geräusche und Klänge zu unterscheiden und wahrzunehmen. Weiter oben hatte ich ja schon kurz bei der Entwicklung des Kindes beschrieben, dass Kinder auch über Töne und Geräusche den Raum wahrnehmen. So werfen sie oftmals Spielzeug weg, um über die Wurfbahn und über den Ton des aufprallenden Gegenstandes einen Bezug zu den Ausmaßen des Raumes herzustellen. In meinem Entwurf war es mir sehr wichtig auch diese Sinneswahrnehmung zu integrieren. Diese Sinneswahrnehmung gibt den Kindern ein sofortiges Feedback über ihr Handeln oder zieht die Aufmerksamkeit sehr schnell auf sich. Für meinen Entwurf war es mir dabei sehr wichtig, dass dieser Ton auf eine möglichst einfache technische Art erzeugt wird und nicht noch einen sehr wartungsintensiven, teueren elektronischen Mechanismus benötigt. Das streben nach einen möglichst geringen technischen Aufwand war mir sehr wichtig, da solche Dinge schnell die Kosten für das fertige Produkt in die Höhe treiben würden. Durch einen geringen technischen Aufwand ist es mir gelungen ein Ton zu erzeugen, wenn das Kind z.B. in der Feinmotorikschulung der Hand ein Element des Entwurfes aus der Waage bringen würde.

Ferner ist es mir wichtig, dass sich nur ein Ton erzeugen lässt und kein Geräusch, wie man es zum Beispiel von den Tier-Stimmen-Erzeugern her kennt. Diese erzeugen durch eine Drehung um 180 Grad und wieder zurück etwa ein Schaf-Brummen. Diese sind für einen möglichst großen und vielseitigen Einsatz in verschiedenen Therapien aus meiner Sicht zu vordefiniert und schränken somit ein, da sich nicht viel mehr daraus entwickeln lassen würde. So wäre ein einfacher Ton offener und kombinierbarer. Ferner würde man es so vermeiden die Kinder einem Geräusch auszusetzen, dass sie eventuell er- oder verschrecken könnte oder sogar Unbehagen bei dem Kind auslösen könnte. Dieses galt es zu vermeiden. Zur generellen Wahrnehmung von Tönen kann man sagen, dass Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bereits in der Lage sind, auch in unterschiedlichen Tonhöhen zu unterscheiden, wenn diese nicht zu schnell hintereinander erfolgen. Jedoch sind die Kinder noch nicht in der Lage die Töne zu benennen, da die Töne und Noten erst im Musikunterricht in der Schule gelernt werden. Das gleiche Phänomen hat man in diesem Alter ja auch mit dem Wortsinnverständnis von Zahlen. Wo zwar die Zahlen als reine Begriffe bekannt sind, aber der eigentliche Sinn noch unverständlich ist. So ist zwar eine Drei eine Drei, wie eine Katze eine Katze ist, aber das Mengenverständnis muss erst erlernt werden. Darüber hinaus sind die Kinder schon sehr früh in der Lage Töne zu lokalisieren und den Geräuscherzeugern zuzuordnen.

Eine räumliche Aussage über die Geräuschquelle kann man erst durch die zeitversetzte Wahrnehmung der Schallwellen an den jeweiligen Ohren machen. Unterstützt wird dieser Eindruck auch noch durch die Lautstärke, die zusätzlich noch Informationen über die Distanz zur Geräuschquelle geben kann. Etwa durch den direkten oder indirekten Schall. Die entstehenden Ohrmuschel-Echos helfen ebenfalls die Richtung der Schallquelle auszumachen, wie es auch die Höhe des Schalls kann. In der Reizüberflutung, die uns umgibt besitzen wir die Fähigkeit Reize zu selektieren. So können wir die Wahrnehmung selektieren und so aus dem vielfältigen Reizangebot die wichtigen, relevanten Reize rauszufiltern.

8.1.5 Das visuelle System

Mit meinem Entwurf versuche ich ebenfalls das visuelle System der Kinder anzusprechen. In diesem Bereich übermittelt das Auge die Lichteindrücke an den Sehnerv und dieser dann an das Gehirn, wo dieses mit bereits Gesehenem verglichen und in Verbindung gesetzt werden Dazu fällt das Licht auf den Augapfel und durchdringt dann die Hornhaut und die Pupille. Diese besitzt die Fähigkeit den Lichteinfall zu kontrollieren. So schließt sie sich bei starkem Lichteinfall und öffnet sich bei schwachem Lichteinfall, wie man es z.B. von der Linse eines Fotoapparates her kennt. Durch die Glaskörperflüssigkeit wird das Licht dann auf die Netzhaut des Auges projiziert. Dort befinden sich die drei Zapfentypen, die die entsprechenden Lichtfrequenzen verarbeiten und diese Impulse dann an den Sehnerv weitergeben. Diese werden durch die Stäbchen ergänzt, die für die Hell-Dunkel Wahrnehmungen zuständig sind. Von dort gelangen die Reize dann ans Gehirn, wo sie endgültig in das Gesehene umgesetzt werden.

Im Zusammenhag mit dem visuellen System redet man auch das Blickfeld. Dieses beschreibt den sichtbaren Bereich, den man wahrnimmt, wenn die Augen kreisen, aber der Kopf fixiert bleibt. Werden im Gegenzug die Augen fixiert und der Kopf gekreist, spricht man vom Gesichtsfeld. Durch dieses visuelle System ist der Mensch in der Lage Farben zu erkennen und Oberflächenstrukturen sowie Muster unterscheiden zu können. Da Kinder die Fähigkeit haben Farben, auch unterschiedliche Nuancen, recht früh unterscheiden zu können, möchte ich auch diese Fähigkeit in meinem Entwurf nutzen. In einem Gespräch mit einem Augenarzt, versicherte mir dieser dass ein Kind mit drei Jahren alle Farben wahrnehmen kann. So kann man durch die Farben eine Möglichkeit schaffen, die eine Kombinierbarkeit oder Ordnungsmöglichkeit der einzelnen Elemente erzeugt. Jedoch möchte ich darüber hinaus eine Möglichkeit schaffen möglichst viele Sinne gleichzeitig ansprechbar zu machen, aber dieses nicht auf eine dominante sehr direkte Art, sondern zurückhaltend, um keine Reizüberflutung zu schaffen. Aber dennoch sollte ein komplexer Handlungsspielraum für den Therapeuten erhalten bleiben, aus dem er für das Kind und für die jeweilige Therapie hilfreichen Aspekte herausnehmen und einsetzen kann.

Wie das visuelle System, gibt auch das auditive Informationen über die Entfernung zur Geräuschquelle, wie es auch bei der Lokalisierung und bei der Raumorientierung hilfreich ist.

Bei Oberflächenstrukturen muss man allerdings beachten, dass diese sich mit zunehmender Entfernung verändern und somit ein anderes Erscheinungsbild haben und das Auge somit unterschiedliche Oberflächenstrukturpunkte erfasst.

In den ersten drei Lebensjahren nimmt das Kind Formen wie Kreis, Quadrat, Dreieck zwar wahr, kann es aber geistig noch nicht als Objekte mit räumlichen Beziehungen, wie Gerade, Bogen, Rechter Winkel verarbeiten. Es ist noch nicht in der Lage sich eine Perspektive vorzustellen.

Reizungen im auditiven und visuellen Bereich fördern die Sprachentwicklung und der Mimikentwicklung. Im auditiven Bereich sind solche Reizangebote durch Sprache, Laute, Lärm und Töne oder etwas worauf das Kind mimisch reagieren kann. Durch Mimik werden im frühen Kindesalter auch visuelle Reize beantwortet. Etwa das Lächeln der Mutter mit einem Gegenlächeln. Um eine solche Reaktion hervorzurufen, müssen jedoch sowohl der Reiz, wie auch dessen Perzeption funktionsfähig sein. Eine visuelle Förderung und ein Aufbau der Wahrnehmung erzielt man dadurch, dass da Kind das Gesehene versteht, sich daran erinnert und sich so ein zusätzliches Wissen aneignet. Die einzelnen Perzeptionsgebiete bedürfen des gleichen Entwicklungsstands, da jeder einzelne die gemeinsame Entwicklung beeinflussen und somit bremsen kann. Ferner ist das Gehirn auf die volle Funktionsfähigkeit der einzelnen Sinne angewiesen, obwohl eine Fehltätigkeit nicht unbedingt hinderlich wäre, wie etwa eine Farbfehlsichtigkeit. Aus diesem Grunde sollte man auch gezielt die schwächste Reizwahrnehmung schulen, um der Entwicklung des Kindes dienlich zu sein. Ein Kind sollte in der Lage sein alle Eindrücke selbst wahrzunehmen.

Da eine unruhige Augenbewegung eine unruhige Körperbewegung fördert, sollte man die Augenkontrolle durch bewusstes Training verbessern, um die Körperbewegung zu stabilisieren. Dieses ist wichtig, damit auch andere Aspekte wie die Koordination z.B. von Auge-Hand oder Hand-Hand funktionieren. Die Augen-Hand-Koordination wird durch eine gute Handmotorik noch weiter unterstützt. So hilft dabei aber auch der Tastsinn, da er hilft die gesehene Fläche zu erfühlen und festzustellen, wie diese beschaffen ist. Auch die Kombination von Hören und Sehen ist von großer Bedeutung, da es die Töne dem Objekten zuordnet und den Kindern ebenfalls Eigenschaften von Objekten vermittelt. So sieht es z.B. das kochende Wasser als Wasserdampf und hört das Pfeifen des Kessels.

Ferner wären noch das gustatorische und das olfaktorische System zu nennen. Also der Geschmacks- und Geruchssinn. Da ich aber diese Reize mit dem Entwurf nicht ansprechen werde, möchte ich auch diese nicht weiter beschreiben.

Das zentrale Gesichtsfeld umschreibt den Bereich, der noch scharf gesehen werden kann, der unscharfe Bereich ist das periphere Gesichtsfeld. Beide zusammen vermitteln dann den visuellen Gesamteindruck.

Nach einer kurzen Nennung der einzelnen Sinnessysteme wird ersichtlich, dass der Entwurf sowohl körpernahe, als auch körperferne Sinne anspricht. Als körpernahe Sinne gelten die taktilen, kinästhetischen und vestibulären. Die auditiven und visuellen gelten dagegen als körperferne Sinne. Ich möchte beide Bereiche ansprechen, da erst durch das Zusammenspiel beider Bereiche die Wahrnehmung von Zeit und Raum möglich ist.


8.2 Motivationssteigerungen

Über die verschiedenen Sinnessysteme, die ich mit diesem Entwurf anspreche und durch die attraktive Gestaltung, versuche ich das Interesse des Kindes und somit auch dessen Motivation an der Therapie zu fördern. Dies ist besonders schwierig, da man immer mit unterschiedlichen Verhalten der Kinder rechnen muss. Selbst ein Kind reagiert mal so und mal so in der Therapie. Dadurch hat der Therapeut noch eine viel größere Bedeutung, als er ohnehin schon hat, da dieser das Verhalten, die Gemütsverfassung und die Motivation seiner Schützlinge kennen und einschätzen können muss.

Durch Steigerung der Motivation durch den Entwurf soll der Patient mehr Eigeninitiative in der Therapie entwickeln, indem er sich auf möglichst spielerische und phantasievolle Art aus eigenem Antrieb mit dem Entwurf auseinandersetzt und somit eigentlich der Therapie folgt. Durch den Entwurf, der dem Therapeuten sehr viel Spielraum für die Therapie gibt, ist es ihm auch möglich an schon vorhandene Erfahrungen des Kindes anzuknüpfen. Dies kann sich z.B. durch dessen Erfahrungen mit Farben im Alltag entwickeln. Die Möglichkeiten sind in dieser Richtung sehr vielschichtig. Durch die Vielschichtigkeit des Entwurfes kann der Therapeut die Anforderungen bzw. die Aufgaben, die er dem Kind stellt auf dessen Fähigkeiten abstimmen und somit erreichbare Schwierigkeitsgrade setzen, da diese Ziele durch das Kind erreicht werden können tragen sie zur Motivationssteigerung bei. Dieses erreicht der Therapeut auch durch die Möglichkeit dem Kind ein gesteigertes Selbstvertrauen zu geben, indem das Kind eigene Vorschläge und Ideen in den Verlauf der Therapie in einem festen Rahmen mit einfließen lassen kann. Jedoch verlangt die kindliche Phantasie diesbezüglich nach einer großen Kombinierbarkeit der Objekte. Oder nach einer Möglichkeit eigene Geschichten zu entwickeln.

8.3 allgemeine Schlussfolgerungen aus der Reizdarbietung

Ein schöner Aspekt ist auch, dass man durch einen möglichst attraktiven Entwurf Desinteresse und Ignoranz des Kindes verhindern kann. Ferner könnte eine mögliche Überforderung ausgeschlossen werden. Während der ganzen Besuche von Therapien ist mir kein einziges überfordertes Kind begegnet, aber dennoch möchte ich diese Möglichkeit von vorneherein ausschließen, da eine Überforderung der Kinder aggressive Tendenzen hervorrufen könnte. Solche Tendenzen werden gegebenenfalls auch durch Frust, Stress, Enttäuschungen, Ärger oder Wut ausgelöst. Jedoch muss man auch beachten, dass eine gelegentliche Frustration unvermeidlich ist, da das Kind Bewegungen oder Teilbewegungen ausführen soll, die es ja nicht kann. Diese kurzweiligen Frustrationen bewirken auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt und mit sich selbst. Aufgrund solcher Erlebnisse stellen sich auch Verhaltensveränderungen ein, da man aus solchen frustrierenden Erfahrungen seine Lehren zieht. Somit sind kurzeitige Frustrationen auch Lernprozesse für den Menschen. Solche Verarbeitungs- und Anpassungsprozesse, die der Problemlösung dienen sollten jedoch auch lösbar sein, da sie sonst keine Erholung bieten und die stetigen Misserfolge nur zu Enttäuschungen führen würden. Diese würden das innere Gleichgewicht nur aus dem idealen Zustand bringen und ihm damit der Therapie nicht dienlich sein. Die aggressiven Reaktionen der Patienten können dann aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen kommen. So kann es sowohl ein sprachlicher Angriff in Form von Schimpfwörtern oder Gewalttätigkeiten, wie Wegwerfen des Hilfsmittels sein. In Aggressionen lösen sich aber auch mögliche Ängste der Patienten. Ängste sind Auslöser von Aggressionen; quasi die Flucht nach vorne. Eine emotionale Reaktion auf eine bedrohliche, gefährliche Situation. Die Formen der Erscheinungsbilder von Ängsten können recht unterschiedlich sein. So kann sie auffällig und somit unverhüllt oder jedoch verhüllt unter einer Fassade von scheinbarer Nichtangst, die sich in einem forschen, betont unbekümmerten Auftreten äußert.

Je vollkommener die nervliche Reifung sich vollzogen hat, desto sicherer ist die Bewegung des Kindes auf ein gewisses Ziel hin, da die Haltung und die Körperkoordination, so wie die Raumwahrnehmung sich mit fortschreitender Entwicklung stetig verbessert. Der Raum an sich entwickelt sich durch die Reize der räumlichen Indizien, die Beziehungen von Objekten die im Raum liegen und somit Informationen über die Lagegestaltung des Raumes geben.

Bei der Darbietung verschiedener Reizsysteme muss man beachten, dass es verschiedene Übertragungsmechanismen gibt. So wird die Stimulierungsfolge der Reize Ton-Licht leichter wahrgenommen, als die Folge von Licht-Ton. Solche Folgen werden immer nacheinander wahrgenommen und nicht gleichzeitig. Mit der leeren Zeitdauer beschreibt man dabei die Dauer zwischen den zwei stimulierenden Impulsen. Eine volle Zeitdauer beschriebt somit die Dauer während es einen stimulierenden Einfluss gibt. Ist der Intervall zwischen zwei Reizen größer als zwei Sekunden, werden die Reize als zwei getrennte Reize wahrgenommen und nicht mehr als Folge. Um eine solche Zeitfolge wahrnehmen zu können und diese dann gedanklich zu verarbeiten, bedarf es des logischen Denkens.

Es gibt ferner Kinder, die Schwierigkeiten haben rhythmische Zusammenhänge zu erfassen. Dieses kann sich bis zu einer Arrhythmie steigern. Diese Fehlverhalten können sich dann auch auf die Sprache der Kinder ausweiten. Die Sprache der Kinder ist in solchen Fällen dann meist ein Fluss und ohne Akzentuierung

Unter dem kognitiven Handeln versteht man eine zunehmende Differenzierung und Strukturierung von Erfahrungen durch den aktiven Austausch von Subjekt, also dem Kind und persönlichen bzw. Materialen Objekten, die Umwelt.


8.4 Die Entwicklung des Greifens

Da sich mein Entwurf mit einem greifbaren Element beschäftigt, möchte ich an dieser Stelle kurz auf die Entwicklung des Greifens beim Menschen eingehen.

Das Neugeborene hat seine Hände noch zur Faust geschlossen. Der bereits vorhandene Greifreflex wird durch eine Berührung der Handinnenfläche oder der Finger ausgelöst. Jedoch ist das Kind noch nicht in der Lage das Gegriffene wieder los zu lassen. Um den zweiten Monat läst dieser Reflex allmählich nach und die Finger beginnen sich zu strecken. Nun umgreift das Kind Gegenstände mit den 3 ulnaren Fingern. Dies sind der Kleine-, der Ring- und der Mittelfinger (Abb. 42). Diese werden dann gegen die Handfläche gedrückt. Etwas amüsant ist in diesem Zusammenhang die parallele Mitbewegung der nicht greifenden Hand. Diese schließt sich parallel zur greifenden Hand mit. Um nur die greifende Hand zu schließen ist die Koordinierung noch zu schwer, da zu viele Nervenzellen und Muskeln gesteuert werden müssen.

Um den 4. Monat ist das Kind auch in der Lage, die durch den Greifreflex auf-genommenen Objekte wieder loszulassen. Zu diesem Zeitpunkt greift das Kind meist im radial-palmaren Griff. Hierbei ist der Daumen Handflächenwerts gedreht. Im nächsten Schritt erfolgt dann das Greifen nach kleinen Gegenständen mit allen fünf Fingerspitzen. Nun bedarf es auch nicht mehr eine Berührung der Handinnenfläche, um das Greifen auszulösen. Das Kind ist nun auch in der Lage gezielt nur noch die greifende Hand zu bewegen. Die Mitbewegung der anderen Hand kommt nun nicht mehr vor. Ferner hat sich die Fingerkoordination nun stark verbessert.

Im Alter von neun bis zehn Monaten greift das Kind dann auch im Pinzettengriff zu. Dies bedeutet, dass es den Daumen auf den Zeigefinger drückt.

Parallel zu diesen Entwicklungen, entwickeln sich natürlich auch die anderen Sinne und Fähigkeiten des Kindes. Das eigentliche Greifen ist anfangs noch sehr unkoordiniert. So greift es oft daneben, da die Augen mit den Händen noch nicht koordinierbar sind. Dafür hält es dann die Gegenstände in den Händen sehr fest, da es auch den notwendigen Haltedruck noch nicht einschätzen kann.

Zum Beginn seines Lebens kann das Kind nur eine Funktion zu einem bestimmten Zeitpunkt ausführen. Später kann es dann auch zwei Sachen gleichzeitig ausführen. Etwa auf dem Bauch liegen und nach etwas greifen. Nun wäre das Kind auch in der Lage mit der linken Hand was zu fassen und zu halten und dann mit der rechten ebenfalls und unabhängig etwas zu greifen.

Das Loslassen ist sehr schwer, da das Kind die Streckung der Hand erst erlernen muss. Ganz öffnen kann das Kind die Hand erst mit 2 ½ Jahren. Im Alter von acht Monaten kann das Kind ein Objekt wieder loslassen, wenn es dieses direkt in die andere Hand oder auf eine Tischplatte legen kann. Erst mit 12 Monaten kann es ein Objekt frei fallen lassen. Über das fallende Objekt nimmt es die Geschwindigkeit im Raum wahr, wie auch den Abstand zum Boden. Dem Pinzettengriff folgt der Quergriff. Dabei umfasst die Hand zum Beispiel einen Bleistift quer, wobei der Arm einwärts verdreht (proniert) ist. Die Bewegung erfolgt dabei aus der Schulter und aus dem Arm und nicht aus dem Handgelenk. Später erfolgt dann eine Führung durch den Zeigefinger. Im Alter von drei bis vier Jahren erlangt das Kind die Fähigkeiten des Pinselgriffes. Dies ist ein einwärts rotierter Fingergriff. Nun hält es das Schreibgerät nicht mehr auf der Handinnenfläche, sondern auf den Fingern. Dabei ist die Hand einwärts gedreht und mit etwas Bewegung aus dem Handgelenk, wobei die Finger unbewegt bleiben. Dem Pinsel-Griff folgt der Quergriff. Bei diesem wird das Objekt zwischen Daumen und Zeigefinger fixiert und gehalten. Dabei ist die Hand proniert und zur Faust geschlossen. Das Kind greift Objekte weiter oben, wobei der Unterarm ungestützt ist. Da die Finger selber noch keine Bewegung vollziehen gelten diese Griffe als recht grobmotorisch. Später sieht das Kind dann den aufgestützten Arm bei Erwachsenen und versucht den teilweise auswärts gedrehten (supinierten) Arm nachzumachen. Mit 2 ½ Jahre greifen die Kinder z.B. das Essbesteck mit einem innenrotiertem Quergriff. Ihm folgt eine Streckung des Zeigefingers.

Eine gute Handmotorik ist für das Kind sehr wichtig, damit ihm die Dinge des alltäglichen Lebens nicht verschlossen bleiben. So ist sie nötig, um sich selbstständig an und aus zu ziehen, zu essen oder um Gegenstände zu gebrauchen. Bei retardierten Kindern ist es deshalb wichtig, dass sich die Wahrnehmung von Richtung und Raum parallel zur Augen-Hand Koordination entwickelt oder sich verbessert. Das kann man z.B. schulen, indem man verschiedene Objekte aus unterschiedlichen Richtungen und Entfernungen annehmen lässt. Ferner sollte man versuchen dem Kind eine Möglichkeit zu geben, in der es über die taktilen und kinästhetischen Stimulanzen seine Hand-Finger Bewegung mit Objekten erkunden und erfühlen kann. So lernt das Kind Form, Oberflächen, Konsistenz und Gewicht der Objekte. Die Möglichkeit einem Gegenstand mit der Gesamtheit seiner Sinne wahrzunehmen, zu erkunden, steigert das Interesse für den Gegenstand. In der Handmotorik muss jede einzelne Fähigkeit erlernt und geübt werden, bis sie sich gefestigt und gesichert hat, wie z.B. das präzise Loslassen.

Um das Greifen zu verbessern und die Feinmotorik zu schulen, muss der Greifreflex überwunden sein und die Greifbewegungen erlernt sein. Im Alter von vier Jahren ist das Greifen auch in der Feinmotorik eigentlich ausgebildet. So kann man die Bewegung des Daumens gezielt schulen, indem man die Oppositionsbewegung fördert. Eine solche Förderung hat zur Folge, dass die Gegenstände besser zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden können. Diese Fähigkeit tritt in der Entwicklung oft zu spät auf.

Die Förderung und Stärkung der Rückwärtsbewegung des Handgelenkes (Dorsalextension) stärkt das Zugreifen. Eine Schulung der Feinmotorik der Finger in der Koordination wie auch in der Geschwindigkeit kann über Koordinierung der Fingerspitzen mit dem Daumen erfolgen. So lassen sich auch die Muskelkräfte der einzelnen Handbereiche sowie die natürliche Bewegungszyklen stärken, was zur Folge hat, dass alle richtig benutzt werden können. Im Ganzen werden die max. Rückwärtsbewegung und die Leistungsfähigkeit der Hände angeregt.


8.5 Beschreibungen der Entwürfe

Während der Diplomarbeit entwickelte ich anhand der oben genannten Aspekte und den Ergebnissen der Recherche drei voneinander unabhängig einsetzbare Physiotherapiegeräte bzw. Hilfsmittel, die den Therapeuten die Arbeit erleichtern oder diese durch die Einzelaspekte gestaltbarer machen, da sich diese sowohl einzeln oder als sich ergänzende Geräte einsetzen lassen.

Die ersten zwei Entwürfe befassen sich in erster Linie mit der Schulung der Grob- und Feinmotorik der Extremitäten und richten sich in den Anforderungen und Möglichkeiten stark an den oben genannten Gesichtspunkten. Der dritte stellt quasi ein „Ad-On“ für bereits existierende Geräte, wie z.B. das Schaukelbrett oder die Wippe da.

8.5.1 Samira – die Unterhaltsame

Der Entwurf Samira setzt sich im Einzelnen aus sieben Elementen zusammen, die eine Einheit in einem Therapiehilfsmittelkasten bilden. Die einzelnen Elemente beherbergen unterschiedliche Eigenschaften von denen verschiedenen Reizimpulse ausgehen können.

8.5.1.1 Material

Das Material, das ich gerne verwenden würde, nennt sich „ARBOFORM“ und wird von der Firma TECNARO hergestellt. Dieses ist ein spritzfähiges Flüssigholz. ARBOFORM besteht aus Lignin. Dies ist ein Koppelprodukt, das beim Zellstoffaufschlussprozess bei der Papierherstellung entsteht. Gemischt mit anderen Faserpflanzen erhält man dann einen Faserverbundwerkstoff. Somit ist das Material ein natürlicher Rohstoff und besitzt alle Eigenschaften des Holzes. Darüber hinaus ist es ein thermoplastischer Werkstoff, der sich bei Temperaturerhöhung wie ein Kunststoff spritzen lässt.

Ein sehr wichtiger Aspekt für mich war dabei die Verträglichkeit des Materials. Es ist für den Umgang mit Kindern total unbedenklich. Es hat die im so genannten „Lutschtest“ festgelegten EU Norm EN 71-3 Grenzwerte nicht nur unterschritten, sondern liegt bei allen Werten unterhalb der Nachweißgrenze. Der Teil 3 der EN 71 Richtlinie beschäftigt sich mit der Lebensmittelechtheit und Verträglichkeit von Spielzeug. Falls der Entwurf entsorgt werden sollte, wäre das somit auch kein Problem, da dieser im extremen Fall sogar im Karmin entsorgt werden könnte. Die Lackierungen durch wasserlösliche Lacke und die Wachsung mit einem umweltfreundlichen Bienewachs würden die Oberflächen versiegeln und diese auch vor Verschmutzungen schützen.

Leider haben Versuche gezeigt, dass in der Bauhaus-Universität Weimar keine Spritzgüsse möglich sind und somit ein Prototyp im Originalmaterial nicht möglich war. Der Farbton des Materials wäre hier der Ton beige.

8.5.1.2 Aufbau der Einzelnen Elemente

Die Formen der Außenkonturen der Elemente ergaben sich durch Greifstudien verschiedener Körper mit unterschiedlichen Querschnitten in einem Kindergarten. Dieses waren Versuche möglichst greifbare Maße zu finden und ermöglichten Erkenntnisse darüber, welche Diagonalen, Kantenlängen und Durchmesser noch umfasst werden können.

Wie die Abbildungen veranschaulichen waren die Körper für die Griffübungen und Versuche in der Grundform, als auch in den Ausmaßen recht unterschiedlich, um mögliche Extreme aufzudecken, zwischen denen sich der Entwurf entwickeln könnte. Bei diesen Versuchen gab es zylindrische Körper mit einem Durchmesser von 25, 40 und 50 Millimeter, wie auch Kugeln mit 55, 60, 70 Millimeter Durchmesser und Kuben mit 55, 60, 70 Millimeter Kantenlänge. Diese Formen wurden von elliptischen Körpern und einem ersten Volumenmodell eines Entwurfes vervollständigt. Diese Versuche zeigten, dass sich eine Kantenlänge von 60 mm nicht mehr dazu eignet von einer Kinderhand großflächig umschlossen zu werden. Somit galt es im Entwurf eine Kantenlänge, eine Diagonale von 60 mm zu unterschreiten, damit die Form sicher und großflächig umschlossen werden kann. Bei einem Kugeldurchmesser könnte man dieses Maß überschreiten, da sich alleine durch die Form eine größere Auflagefläche bieten würde, die sich von der Hand einnehmen lassen würde. Um jedoch mögliche Spastiken und Hemihände nicht auszuschließen, unterschreite ich die 60 mm in beiden Entwürfen, die sich mit der Motorik der Hand beschäftigen.

Es war mir ein großes Anliegen eine Form zu finden, die ein spontanes, sicheres Greifen ermöglicht, wie auch eventuelle Griffschulungen einen ausreichenden Raum bietet. Aus diesem Grunde gab es vielseitige Überlegungen bezüglich gut greifbarer Formen, wie es auch Formstudien bezüglich idealer Formen gab, die sowohl mit der rechten, als auch mit der linken Hand zu greifen wären. Jedoch schienen die von mir verwendeten Formen am besten.

Durch die Versuche bilden die einzelnen Elemente ein von allen Seiten gut greifbaren Körper, der quasi aus zwei miteinander verschmolzenen Kugeln besteht, die in ihrem Scheitelpunkt zur unteren Kante hin in einer Senkrechten auslaufen. Die Kugeln haben einen Durchmesser von 50 mm und verjüngen sich zur Mitte zwischen den beiden Kugeln auf einen Durchmesser von 37 mm. Die Senkrechte, die die Kugeln im Scheitelpunkt tangential schneidet hat eine Höhe von 15 mm. Anhand dieser Angaben kommt man auf ein Außenmaß von 100 * 50 * 43 mm. Ein Maß, das durch die Radien nur in äußersten Punkten erreicht wird und sehr gut zu greifen ist und von den Fingern angenehm umschlossen werden kann. Diese Formen mögen etwas klein erscheinen, jedoch muss man beachten, dass es Formen für Kinderhände sind und sich auch an diesen messen lassen müssen. Denn es sind auch Formen, die sich gut von allen Seiten greifen lassen. Das besondere an dieser ist, dass diese nicht ganz von den Fingern umschlossen werden kann. Dies ist bei Ringen oft ein Nachteil, da die Kinder sich an diesen festhalten, verkrampfen und schwer wieder loslassen.

Die Form besteht aus zwei Spritzgussteilen, von denen ein Teil den Körper oder die Kontur und der andere Teil den Boden bildet und somit die Möglichkeit der Öffnung des Körpers ermöglicht. Die Trennung bei Samira verläuft dabei an der unteren Körperkante der Konturfläche. Verschlossen werden diese beiden Elemente durch zwei Dübel, die jeweils in ein Dübelloch auf der Innenseite des Konturteils greifen. Somit gibt es einen passgenauen und sicheren Verschluss, der durch vorsichtiges auseinanderziehen der Teile geöffnet werden kann. Durch diese Trennung vermeide ich eine Unterbrechung der Außenkontur. Eine solche Unterbrechung hätte eine schlecht zu reinigende Stelle erzeugt und diese galt es zu vermeiden, solange diese nicht unbedingt notwenig wären. Damit der Boden lediglich mit zwei dieser Dübel auskommt und sicher verschlossen werden kann, greift der Boden durch eine Versetzung des Randes möglichst exakt in den anderen Korpus. Durch eine Erhöhung auf den Boden, greift somit dieser in den Konturkörper und erzeugt so einen Formschluss. Der Zugang zum Innenleben der einzelnen Elemente ist notwendig, um eventuelle Wartungsarbeiten an der integrierten Technik durchführen zu können. Auf die technischen Aspekte werde ich etwas weiter unten noch eingehen. Zu den Verschlussmöglichkeiten gab es mehrere Ideen, von denen jedoch nur eine als sicher, geeignet und schnell zu öffnen erschien. Dennoch möchte ich kurz eine weitere anführen. So gab es eine Überlegung auf der Bodenplatte zwei „Nasen“ zu befestigen, die in eine kleine Ausbuchtung in der Innenseite des Körpers greifen würden. Diese „Nasen“ wären dann über die Unterseite des Bodens zu lösen gewesen.

Die Elemente der einzelnen Entwürfe sind symmetrisch aufgebaut, da sie in diesem Zusammenhang einige Vorteile gegenüber dem Kind haben. So besitzt das Element aus jeder gegenüberliegenden Sicht das gleiche Erscheinungsbild. Bei Kindern, die mit der Formenwahrnehmung Schwierigkeiten haben oder sich neuen Gegenständen recht misstrauisch gegenüber verhalten, ist dieses ein kleiner Schritt ihnen eine Hürde zu nehmen. Ferner lassen sich die einzelnen Elemente so von jeder Seite mit der linken oder der rechten Hand gut und sicher greifen. Außerdem entstehen für den Therapeuten und für das Kind die gleichen Eindrücke in Außenkontur und Oberflächenbeschaffenheit, wenn sie sich gegenübersitzen sollten. Die Akzeptanz der Geräte durch das Kind stand im Vordergrund und siegte somit über die Asymmetrie.

Die jeweiligen Oberflächenstrukturen der einzelnen Elemente sind in Form und Ausmaß unterschiedlich. Den Oberflächenstrukturen gingen einige Versuche vorraus, die dazu dienten diese zu entwickeln. Wie diese in ersten Modellversuchen an Kindern und Erwachsenen getestet wurden.

Im Ganzen entstanden mehr Variationen als die sieben primär verwendeten Oberflächen. Die zusätzlichen Strukturen sind jedoch nicht Bestandteil der Therapiebox (s. 8.5.1.5). Die teilweise gleiche Anordnung der Oberflächenstruktur macht das Kind beim erfühlen der Struktur sicherer, wenn es sich mit den Elementen und den Oberflächen vertraut gemacht hat. Versuche haben allerdings gezeigt, dass sich die gleichmäßige Anordnung anfangs beim Erfühlen mit geschlossenen Augen durch die Form der Oberfläche aufzuheben scheint. Jedoch nach kurzer Zeit kann man sich an Oberflächenstrukturen orientieren und man wird in der Wahrnehmung sicherer. Unter den Oberflächen, die der Therapiebox beigefügt sind, kommt eine identische Anordnung jedoch nicht vor.

Nach einer gründlichen Recherche und Gesprächen mit Physiotherapeuten kam ich auch hier teilweise auf eine sehr feine, aber dennoch erfühl- und wahrnehmbare Struktur. So umschließen diese Strukturen teilweise Ausmaße von zwei bis zehn Millimeter in der Höhe, Breite oder Durchmesser auf der Oberflächenkontur und ermöglichen so unterschiedliche Schwierigkeitsgerade in der Wahrnehmung. Durch diese unterschiedlichen Niveaus ergibt sich eine Steigerung der Oberflächenstrukturen von grob zu fein. Eine Verfeinerung der Wahrnehmung ist somit gegeben. Wenn man bedenkt, dass es Babyspielzeug gibt, bei denen solche Oberflächenstrukturen, die zur Ertastung teilweise feiner sind, liegt man bei möglichen retardierten Kindern mit diesen Maßen etwas sicherer. All die von mir verwendeten Strukturen setzen sich aus mehreren Gründen als positiv Reliefs auf die eigentliche Oberfläche des Objektkörpers ab. Zum einen lassen sich diese Strukturen leichter wahrnehmen, als negative ins Material versetzte Strukturen und zum anderen setzen sich diese Strukturen nicht so leicht mit unwillkommenen Substanzen zu und lassen sich dementsprechend besser reinigen. Darüber hinaus sind diese Strukturen für das Kind aber auch besser aus einer gewissen Entfernung wahrzunehmen, als in den Körper versetzte. So befinden sich auf den jeweiligen Oberflächen der Elemente entweder Kugeln, Zylinder oder Rillen. Dabei variieren die Anordnungen besonders bei den Rillen. So ergeben sich folgende Oberflächenstrukturen von grob zu fein: die Mögliche Reihung der Elemente beginnt mit einer recht groben Struktur, die sich in Kreisen und Quadraten auf der Oberfläche abzeichnet. Der Legostein, der auf den Abbildungen der Entwürfe immer wieder auftaucht, gibt dabei einen Größenvergleich. Dieser „Achter“ ist ein Produkt, dessen Ausmaße jedem bekannt sind. Die einzelnen Strukturen haben einen Durchmesser bzw. Kantenlänge von 10 und eine Höhe von 3 Millimetern. Die zweite Oberflächenstruktur ist in den Ausmaßen etwas kleiner und zeichnet sich als Erhebungen mit einem kreisrunden Querschnitt mit einem Radius von 1.5 mm ab, die längs der Kontur folgen.

Diesem Element folgt ein Element, das auf seinen Kuppeln eine Spirale beherbergt. Diese haben einen Radius von 1 mm.

Im folgt ein Element mit einer längslaufenden Spirale, die sich mit drei Windungen über die Oberfläche erstreckt.

Die Verfeinerung der Struktur vollzieht sich dann über kleine aufgesetzte Röhren mit einem Durchmesser von 4, einem Innendurchmesser von 2 und einer Höhe von 2 mm.

Dieser Oberfläche folgen Halbkugeln, die in einem sternförmigen System angeordnet sind und einen Radius von 1 mm haben. Das siebte und letzte Element ist eins mit einer glatten.

Oberfläche. Zusätzlich zu diesen Oberflächen entstanden noch zwei weitere Oberflächen. Einmal sind es umlaufende Erhebungen an den senkrechten Flächen und kleinen Zylinder mit einer Höhe von 1.5 mm die in der Anordnung der der Röhren gleichen. Mir ist bewusst, dass es bei drei der Formen zu einem Hinterschnitt kommen würde, wenn man diese nur aus einem zweiteiligen Spritzgussteil herstellen wollen würde. Ich möchte aber dennoch darauf verzichten die Oberflächenstrukturen nachträglich aufzubringen. Nachträgliche aufgebrachte Teile hätten den Nachteil, dass sie keinen sauberen Abschluss mit der Kontur des Körpers ermöglichen würden. Aus diesem Grunde müssten man gegebenenfalls mit einem Experten noch mal die Trennung der Formen genau anpassen. Dieses ist ja machbar. Leider könnte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht in Erfahrung bringen, wie lang das Material nach dem Spritzen noch etwas „weich bleibt“, um es notfalls etwas kürzer in der Form zu lassen und es dann außerhalb der Form aushärten zu lassen.

Ferner bestünde seitens der Therapeuten die Möglichkeit auf das Element mit glatter Oberfläche selbst mit unterschiedlichen Materialien zu versehen, um andere Oberflächenstrukturen zu erreichen. Dieses kann zum Beispiel in der Form eines Klett-Materials oder von groberen Stoffen sein. Um dieses jedoch in eine möglichst vorgegebene Struktur zu bringen, liegt dem Versandkasten hierfür ein Schnittmuster der „Kappe“ der Elemente bei. Dieses ermöglicht einen gleichmäßigen und sauberen Zuschnitt des aufzubringenden Materials. Durch das Schnittmuster möchte ich erreichen, dass lediglich die Kappen der Elemente mit einem zusätzlichen Material versehen werden. Hierbei geht es auch darum eine gute Positionierung der zusätzlichen Strukturen zu gewährleisten, aus der diese von vielen Greifmöglichkeiten berührt wird.

Die Oberflächenstrukturen ermöglichen dem Kind den Objektkörper nur über diese Fixpunkte wahrzunehmen. Allerdings ermöglichen sie auch das Feingefühl in den Fingern und über die ganze Handfläche zu steigern.


8.5.1.3 Visualisierungen des Gleichgewichtes

Drei der Elemente eines Kastens beinhalten darüber hinaus noch weitere technische Komponenten, die ihren Einsatz in der Therapie finden könnten und für den Umgang mit diesem Hilfsmittel von besonderer Bedeutung sind. Diese integrierten technischen Komponenten ermöglichen dem Kind die Lage der Elemente während seines Handelns visuell mit einem direkten Einwirken seiner Bewegung wahrzunehmen und in Verbindung zu bringen. Um dieses zu erreichen setze ich verschiedene technische und mechanische Systeme ein, die alle die Bewegung des Kindes auf eine andere Art visualisieren.

Libelle

In einem Element realisiere ich die Visualisierung der Bewegung des Kindes und ein verlassen eines Gleichgewichtzustandes des Elements durch eine Libelle. Libelle ist hierbei der Fachausdruck für die mit einer speziellen Alkoholflüssigkeit gefüllten Kunststoffröhrchen, die sich in den Wasserwaagen befinden und die Waageposition signalisieren, indem ein Luftbläschen zwischen zwei Linien gehalten wird. (vgl. Abb. 69)

Um diese Visualisierung in einem der Elemente zu erreichen habe ich eine eigene Libelle entworfen, die sich in die Kontur des Elements integriert und auf die Anforderungen der Kinder abgestimmt ist. So wäre eine handelsübliche Libelle mit ihrem Genauigkeitsgrad für kindliche Bewegungen viel zu genau und würde bei den Kindern nur Misserfolge hervorrufen, da die Aufgabe nicht lösbar wäre. Eine solche Aufgabe könnte sein das Element möglichst gleichmäßig und ruhig zu transportieren. Um einen zu schnellen Ausschlag der Libelle zu verhindern, ist der Querschnitt der Dosen-Libelle nun größer und die obere Fläche unter der sich quasi die Luftblase befindet, ist leicht nach außen ausgewölbt. So tendiert die Luftblase schon aus eigenem Antrieb leichter in der Mitte zu bleiben, da sie sich an der Oberfläche des Deckels orientiert. Die so „gebremste“ Libelle ermöglicht den Kindern einen etwas größeren Neigungsgrad und somit auch einen geringeren Schwierigkeitsgrad. Sie richtet sich nun in ihrer Feinfühligkeit nach den Bewegungen des Kindes, ohne ganz auf diese zu verzichten. Jedoch hat sich an der eigentlichen Funktion und Handlungsweise nichts geändert. Das Kind ist im Umgang mit diesem Element dazu angehalten, es so zu bewegen, dass die Luftblase möglichst gleichmäßig unterhalb eines gut sichtbaren Punktes belassen wird. Durch die gewölbte Oberfläche der Libelle entsteht ein gewisser Linseneffekt, die die Luftblase noch größer, und somit für das Kind leichter zu erblicken, scheinen läst. Diese Libelle durchstößt die Außenkontur und kann durch einen Hinterschnitt mit dieser sicher verklebt werden.

LED

Eine weitere Möglichkeit den Kindern ein visuelles Feedback über ihr Handeln und dessen Auswirkungen zu geben, erreiche ich über die LED-Leucht-Technik.

In dem Element, in dem sich diese Technik befindet, sind drei Dual-LED Leuchtmittel, die über unterschiedliche Stromzuführungen in den Farben Rot und Grün leuchten. Die einzelnen LED haben einen Durchmesser von fünf Millimetern und sind so angebracht, dass sie aus der Konturoberfläche leicht herausragen und so das Licht sichtbar abgeben. Die einzelnen Stromkreise der Farben Rot und Grün der LED sind mit jeweiligen Bewegungsschaltern verbunden. Um einer Gesundheitsschädigung vorzubeugen sind diese Bewegungsschalter natürlich quecksilberfrei und vollkommen recyclebar. Der Vorteil der queck-silberfreien Ausführungen liegt darin, dass sie keine toxischen Materialien beinhalten und somit auch für den Einsatz in Spielzeug geeignet sind. Durch eine Gasfüllung und eine sichere Verkapselung sind für eine lange Lebensdauer geeignet. Diese Bewegungsschalter bewirken, dass in einem bestimmten Winkel ein Kontakt im Stromkreis geschlossen oder unterbrochen wird. Mittels einer genauen Anordnung dieser Schalter in zwei waagerechten Achsen zum Raum kann man nun die Bewegungen, die ein Objekt vollzieht in schlichte Leuchtsignale übersetzen.

In der Ausgangssituation brennt nur das grüne Licht. Dieses wird jedoch von der dem roten Licht unterbrochen, wenn das Element über einen Winkel von ca. 15 Grad in eine Achse versetzt wird. Die Veränderung der Farbe des Lichtes, zeigt dem Kind, dass es zwar eine Bewegung, nach dem Wunsch des Therapeuten vollzogen hat, aber die Feinmotorik der Hand nicht in der Lage ist, das Objekt dabei in der Waage zu halten. Wenn das Element dann wieder in die Waagerechte zurückgeführt wird, erlischt das rote Licht und das grüne erstrahlt wieder. Jedoch lässt sich diese Veränderung des Lichtes auch genau andersherum einsetzen. Je nachdem, wie der Therapeut die Aufgabe stellt. Um diesen technischen Aspekt umzusetzen und immer wieder zu verkleinern, liefen während der Diplomarbeitszeit immer wieder Tests mit unter-schiedlichen LED, bis schließlich die anfgangs recht um-fangreiche Verkablung und recht große Anzahl von LED immer weiter optimiert wurde. Piezo-Summer.

Das gleiche Prinzip, wie bei der LED-Technik realisiere ich in einem weiteren Element auch mit einem Piezo-Summer. Dieser erzeugt bei dem verlassen eines bestimmten Toleranzbereiches zur Waagesituation einen schlichten Ton. Ein einfacher Ton ist deswegen von Vorteil, da er dem Kind neutral gegenüber steht und mit keiner anderen Symbolik oder Erlebten in Verbindung steht. Etwa wie ein der dominantes Brumm- oder Tiergeräusch. Solche Geräusche könnten eventuell bei Kindern Unbehagen auslösen, da ihnen etwa die Tiere nicht gefallen oder die Töne bedrückend wirken. Ferner ist ein solcher Ton unbefangener und ermöglicht dem Kind für sich mehr aus dem Geräusch zu entwickeln; schließlich kann dieser für alles stehen und nicht nur für eine bestimmte Situation. Der Summer erzeugt einen recht technischen Ton, der für Erwachsene vielleicht etwas aufdringlich klingen könnte, aber verglichen mit handelsüblichen Sound-Spielzeugen ist es ein weit aus neutralerer Ton. Recherchen haben gezeigt, dass eine große Anzahl von Geräuschmodulen vorrätig ist, die z.B. im Eisenbahnmodellbau eingesetzt werden. Diese Geräuschmodule passen aber meist durch Ihre Ausmaße nicht in die Form der Elemente oder bedürfen 12 Volt Betriebsspannung. Somit konnten sie auch nicht bedacht werden. Zu diesem Stand dieser Arbeit scheint mir ein solcher Tonerzeuger am besten geeignet zu sein, da dieser auch eine sehr geringe Strommenge benötigt, um einen Ton zu erzeugen. Versuche haben auch gezeigt, dass von dem eigentlichen Ton einiges durch das Material verloren geht und er im eigentlichen Gebrauch an Lautstärke abnimmt. Um das von mir verwendete Tonmodul ist sowohl in der Tonlage, als auch in der Tondauer regelbar. Die Tondauer ist in diesem Modul von 1-4 Sekunden einstellbar.

Auch der Summer wird, wie die LED über die Bewegungsschalter gesteuert. Allerdings ist das Prinzip hier genau umgekehrt. Durch das Überschreiten eines gewissen Toleranzwertes wir der Ton eingeschaltet und bei erneutem Erreichen der Waagesituation oder eine Handhabung des Objektes innerhalb des Toleranzbereiches erlischt der Ton sofort.

Die gesamten elektronischen Elemente sind auf eine Leiterplatine gelötet und somit fest verankert und bedürfen keiner Kabelverbindungen mehr. Selbst die Batteriehalterungen sind direkt mit der Platine verbunden. Lediglich der Schalter, der sich in der Bodenplatte befindet bedarf noch einer geringen Kabelverbindung zur Platine. Dies ist nötig, um die Platine in dem Konturteil zu integrieren und dann noch etwas Spielraum zu haben, während einer Öffnung des Elementes, etwa um die Batterien zu wechseln, die zwei Teile sicher mit einem Abstand voneinander zu handhaben sind.

Sowohl die LED-Technik, als auch die Summer-Technik werden durch zwei 3 Volt Knopfzellen mit 500 mAh betrieben. Diese mAh Zahl ist zwar geringer als die der Mignon-Batterien, allerdings passen diese durch ihre Ausmaße besser in die Form der einzelnen Elemente. Die einzelnen Knopfzellen befinden sich in zwei Halterungen, die ebenfalls auf die Platine aufgelötet sind. Bezüglich der Anbringung der Knopfzellen gab es von mir auch Überlegungen eine eigene Halterung für die herzustellen, da man diese sehr schwer käuflich erwerben kann. Wie man weiter unten in einer Darstellung sehen wird, überlegte ich aus Platzgründen eine Halterung zu gestalten, die beide Knopfzellen sicher übereinander lagert und durch ihre Gestaltung keine weitere Zeichen, für das Einlegen der Knopfzellen bedarf. Eine möglichst klare Richtung für die Einführung der Batterie schaffe ich durch die Form der Kontakte. So zeichnet der Minuspol auch ein grafisches „-“ wie der Pluspol ein „+“. Bei einem Stromverbrauch von 10 mAh müssten die einzelnen Elemente gute 50 Stunden im Dauerbetrieb halten. Dieser wird aber immer nur für sehr kurze Zeit erreicht und somit verlängern sich die Betriebsstunden. Alle beiden Schaltkreise sind durch einen extern zugänglichen Schalter unterbrechbar. Dieser befindet sich immer an der bodengerichteten Seite und ist so in den Boden eingelassen, dass er gerade noch schaltbar ist. Die tiefe Einlassung des Schalters erfolgt daher, dass die Kinder die Geräte nicht selbstständig ausschalten, wenn sie mit diesen in den Händen agieren oder das die Schalter eine Gefahrenstelle bieten können.

8.5.1.4 Farben Ein weiterer Aspekt, den ich mit einem Entwurf für die Grob- und Feinmotorik ansprechen wollte, ist die Farbwahrnehmung der Kinder. Zu diesem Zweck sind die einzelnen Elemente von Samira durch farbliche Bereiche auf der Oberfläche, wie in den Abbildungen 60-68 zu sehen, in eine Ordnung zu bringen. Dabei spielen die anderen gebotenen Aspekte wie Haptik, Akustik oder das Licht keine bedeutende Rolle. In diesem Zusammenhang geht es darum durch farbliche Bereiche eine Reihenfolge der Elemente zu erstellen, zu legen oder zu stapeln. Die Möglichkeit die einzelnen Elemente in eine Reihe zu bringen, eröffnen dem Therapeuten weitere Aufgaben mit dem Kind zu entwickeln, die die eigentliche Therapie unterstützen. Diese Farben könnten dann Berufe, Namen, Wochentage oder Stunden sein, die das Kind in eine Reihe bringen könnte oder sich in einem Spiel mit ihnen auseinandersetzen kann. Dabei geht es im eigentlichen Sinne um die Schulung der Handmotorik, da es diese Elemente immer wieder fassen, bewegen und mit ihnen hantieren muss.

In diesem Zusammenhang ist es sehr interessant die Farbgebung von bereits vorhandenem Spielzeug zu betrachten. Diese sind fast immer in den Farben Rot, Gelb, Blau und Grün. Sehr gute Beispiele für diese Farbgebung sind die Spielzeuge der Firma Fisher Price. Die Spielzeuge dieser Firma sind fast ausschließlich in den Farben Rot, Gelb, Blau und Grün, bei denen dann noch die Farbe Gelb dominiert. Bei Spielzeugen für das Alter 6 bis 24 Monate überwiegen zwar diese vier Farben, aber auf der gleichen Seite gibt es von der Firma Lego Komponenten, bei denen Farben außerhalb der vier genannten Farbtöne verwendet werden. Die Firma Lego setzt in einigen ihrer Spielzeuge, die bereits ab dem ersten Lebensmonat eingesetzt werden sollen auf unterschiedliche Nuancen des gleichen Farbtons. Etwa zwei Grün- oder zwei Blautöne. Diese Nuancierung setzt Lego kontinuierlich fort. Vermeidet es aber immer mehr als zwei unterschiedliche Farben pro Spielzeug zu nuancieren. Die Firma Haba verwendet in ihren Produkten ebenfalls mehr Farbtöne, als die vier genannten und erreicht eine harmonische Farbgestaltung Spielzeug für Kinder der gleichen Zeitspanne, wie die Firma Fisher Price.

Wenn man bedenkt, dass Kinder bereist sehr früh Nuancen der Farben wahrzunehmen vermögen, scheinen gängige Spielzeuge dem Sehen des Kindes etwas vorzuenthalten. Jedoch darf man auch nicht vergessen, dass diese laufende Wiederholung der vier gleichen Farben dabei hilft, dass die Kinder diese Farben schnell und sicher mit den richtigen Begriffen in Verbindung bringen können. Somit dienen diese Spielzeuge der Festigung der Farbe. Aber es gibt keinen Grund dafür, dass alle Spielgeräte für Kinder überwiegend diese Farbe haben müssen. Diese schlichte Farbgestaltung bei Spielzeugen widerspricht auch einer Untersuchung des British Council of Color, nachdem der Mensch in der Lage ist 1400 Blautöne, 1375 Brauntöne, 1000 Rottöne, 820 Grüntöne, 550 Orangetöne, 50 Grautöne, 360 Violetttöne und 12 Weißtöne wahrzunehmen.

Das Spektralband der Farben vollzieht sich vom Rot über Orange, Gelb, Grün, Blau hin zum Violett. Die Farbe, die wir sehen entsteht, wenn das Auge die Lichtquanten durch die Zäpfchen und Stäbchen an das Gehirn weiterleitet und diese dort verarbeitet werden. Die einzelnen Zapfenarten verarbeiten dabei unterschiedliche Lichtquanten und leiten die Impulse an das Gehirn weiter. Dabei ist es jedoch möglich, dass durch eine Überlagerung der Spektralbereiche ein Farbreiz an zwei Zapfen wahrgenommen wird. Die Wahrnehmung der einzelnen Urfarben ist jedoch an eine Zapfenart gebunden. Nach Küppers entsprechen die Urfarben, die die Zapfen wahrnehmen, Violett, Grün und Orange. Heutzutage werden sie mit Blau, Grün, Rot bezeichnet. Durch die Mischung dieser Urfarben ergeben sich die acht Grundfarben Gelb, Magenta, Cyan, Violett, Grün, Orange, Weiß und Schwarz.

Eine Verarbeitung in dem Gesehenen besteht darin, dass die Größenverhältnisse der Objekte und deren Körperfarben nachgebessert werden. Eine Tomate scheint für uns immer rot zu sein, egal ob sie mitten in der Sonne liegt oder im Schatten. Ein weißes Papier scheint uns immer weiß, egal der Abhängigkeit zum Umgebungslicht.

Im Zusammenhang mit der Fähigkeit Farben wahrzunehmen, sollte man jedoch auch kurz die möglichen Störungen nennen. Diese Fehlsichtigkeiten treten überwiegend bei männlichen Personen auf. Unter ihnen gibt es 8 % Fehlsichtigkeiten. Bei weiblichen Personen sind es dagegen nur 0,4 %, da diese ein zweites x Chromosom haben, um die Fehler auszugleichen. Einige Menschen sind somit nur in der Lage Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen. Dies wird mit der Monochromasie beschrieben. Falls die Stäbchen, die für die Hell-Dunkel Kontraste zuständig sind nicht richtig funktionieren kann es zur bekannten „Nachtblindheit“ kommen. Zu diesen Fehlverhalten kommt dann noch die Dichromasie. Diese beschreibt eine Fehlsichtigkeit bezüglich der Wahrnehmung von Farbnuancen zwischen den Farben Braungelb zu Blau und den Farben Rot zu Grün.

Sechs der von mir verwendeten Farbtöne lehnen sich an den Grundfarben an und werden nicht als identische Töne verwendet. Die oben genannten Grundfarben, die der Mensch durch die drei Empfindungskräfte des Sehorgans wahrnehmen kann, veranschaulichen extreme Farbempfindungen. Eine gewaltsame Erzeugung einer extremen Farbempfindung ist auch sehr schwer zu realisieren, was man z. B. daran sieht, dass zwei angeblich weiße Blätter zweier Hersteller nicht zueinander passen. (vgl. Küppers Seite 32 ff).

Da Farbe eine Sinnesempfindung ist, die erst durch eine Reizverarbeitung im Gehirn entsteht und der Mensch sehr viel mehr Farben wahrnehmen kann, als die vier so oft genannten, sind in dem Entwurf Samira die Bereiche der Oberflächenstrukturen mit unterschiedlichen Farbnuancen lackiert. Die einzelnen farblichen Bereiche des jeweiligen Elementes dieses Entwurfes weisen unterschiedliche Farbtöne auf, die sich nach meiner Ansicht im Umgang mit Kindern gut eignen und gestalterisch eine Harmonie bilden.

Bezüglich der Farbgestaltung in diesem und in dem folgenden Entwurf gab kam es zu Überlegungen, welche Farbbereiche auf der Oberfläche möglich wären, wie diese wirken würden und welche Reihungen sich durch die farblichen Bereiche ergeben würden. Dabei sind aber die einzelnen spiegelsymmetrischen Seiten der Oberflächenstrukturen immer in zwei unterschiedlichen Farben lackiert. Diese Lackierung ermöglicht, eine Reihung der einzelnen Elemente über diese farblichen Nuancen, da sich eine Farbe immer von dem vorherigen Element zum nächsten fortsetzt. Zwischen zwei Elementen des Therapiekastens wird somit immer eine Farbe wiederholt.

Im einzelnen verwende ich acht Farbtöne, die ich an dieser Stelle sowohl als Farbbild, mit eigenen gewählten Namen, als CMYK und RGB Werte angeben werde. Diese Farbtöne werden jedoch durch den Untergrund, als durch die Holzfarbe, beeinflusst und erscheinen somit nicht leuchtend.

Gelb:

CMYK: 0, 0, 100, 0

RGB: 247, 244, 16

Grün:

CMYK: 68, 0, 100, 0

RGB: 93, 87, 41

bläuliches Grün:

CMYK: 97, 11, 56,

RGB: 55, 156, 137

an Cyan angelehntes Blau:

CMYK: 93, 0, 13, 0

RGB: 1, 178, 235

Marineblau:

CMYK: 98, 81, 4, 0

RGB: 51, 57, 140

helles Violett:

CMYK: 38, 90, 1, 0

RGB: 147, 41, 133

Orange:

CMYK: 0, 63.14, 92.94

RGB: 255, 128, 8

Zwischen den einzelnen Farbtönen ist der Unterschied aber dennoch immer noch so groß, dass dieser gut sichtbar ist und von den Kindern sicher wahrzunehmen ist.

Folgende Farbtöne befinden sich auf folgenden Oberflächen:

Violett und Rot auf Kreis und Quadrat

Rot und Marineblau auf dem Element mit den Längsrillen

Marineblau und Blau auf dem Element, das die Spiralen beherberg

t Blau und bläuliches Grün befinden sich auf dem Element mit der längs laufenden Spirale

Blaugrün und Grün auf dem Element mit den Röhren

Grün und Gelb auf den Halbkugeln in sternenförmiger Anordnung Gelb und Orange befinden sich somit auf dem glatten Element

Durch diese Farben würde sich auch ein Farbkreis legen lassen, in dem sich die Komplementärfarben gegenüber liegen würden. Dieser Kreis würde sich dann sowohl über die Anordnung der Farbbereiche ergeben, wie auch über die Reihung, die durch Verfeinerung der Oberflächenstruktur. Wenn man nun die verwendeten Farben auf ihre Farbsymbolik hin betrachtet, kommt man zu einigen Eigenschaften, die man den einzelnen Farben nachsagt. So ist das Blau bei vielen Menschen die beliebteste Farbe. Sie steht für Sympathie, Harmonie und Freundlichkeit. Durch das Blau entsteht aber auch Ferne und Unendlichkeit. Die Farbe Rot symbolisiert viele Aspekte des täglichen Lebens. Zu diesen Aspekten gehören sowohl die Liebe, wie der Hass, sowie sie auch das Privileg des Adels war. Sie ist immer noch Symbolfarbe des Kommunismus, sowie sie etwas Verbotenes oder moralisch unrechtes symbolisiert. Die Farbe Rot ist aber die erste Farbe, die der Mensch wahrnehmen kann. Sie gilt als Zeichen des Glückes, der Lebensfreude, Energie und der Wärme.

Grün, die selbstständige der Mischfarben, ist sowohl ein Zeichen der Natürlichkeit, Lebendigkeit; Frühling und Hoffnung, wie sie aber auch gleichzeitig das Saure, das Bitter oder sogar das Giftige anzeigt. Die Farbe Grün bietet aber auch Ruhe und Erholung.

Optimismus, das Lustige, die Lebensfreude zeichnet sich durch die Farbe Gelb ab. Diese zarte Farbe symbolisiert jedoch auch Energie, Luxus und Reichtum. Sie steht aber auch für die Angeberei, die Lüge und die Verlogenheit.

Der Glaube, die Frömmigkeit, die Eitelkeit, das Außergewöhnliche, wie das Originelle symbolisiert die Farbe violett. Jedoch sehen mache in Violett auch ein Zeichen für die Aufdringlichkeit, das Unsympathische, das Unnatürliche und das Unsachliche.

Eine recht unbeliebte Farbe ist das Orange. Jedoch ist sie aromatisch und erfrischend, lustig, gesellig und strahlt Wärme aus.

Eine Farbharmonie zu erreichen ist sehr schwer, da eine Harmonie eine wohltuende Empfindung und somit ein subjektives Farberlebnis beschreibt. Eine Harmonie ist eine Übereinstimmung ohne Störung, wobei ein falscher Farbton nicht so schlimm ist, wie ein falscher Ton in der Musik. Durch die Verschiebung einiger Farbtöne und durch das Einfügen von Zwischentönen versuche ich die Polarität von Harmonie und Spannung zu erhalten.

8.5.1.5 Versandbox

Da die sieben oben genannten Elemente, sowohl über die Oberflächen, als auch über die Farbaspekte als Einheit angesehen werden können, die sich auf unterschiedliche Arten in Bezug zueinander setzen lassen, möchte ich diese auch gerne als Einheit vertreiben. Aus diesem Grunde befinden sich diese sieben aufeinander abgestimmten Elemente in einer Holzbox, die ihnen einen festen Platz bietet und auch das in der Recherche bereits besprochene Einbeziehen des Kindes schon beim Aufbau oder bei der Bereitstellung der Geräte bietet. In dieser Holzkiste befindet sich eine Zwischenplatte, in der Aussparungen für die einzelnen Elemente sind, damit diese sicher gehalten werden. Die Versandbox mit den Maßen 260 * 293 * 67 mm besteht aus Holz und die einzelnen Seitenteile sind dabei auf Gehrung zugeschnitten, damit diese mehr Stabilität verleihen und eine sauber Kante beim verleimen geben. In einem Abstand von 10 mm zum Boden verläuft eine Längsnut, die einen Zwischenboden aufnimmt. In diesem Zwischenboden sind Ausfräsungen für die einzelnen Elemente eingelassen. Lediglich ein Bereich ist ohne Fräsung und bietet so Platz für die Gebrauchsanweisung und Zusätzliche Komponenten, wie z.B. Batterien.

Desweiteren liegt dieser Box das oben ange-sprochene zusätzliche Schnitt-muster, eine Anleitung bezüglich der technischen Bausteine und ein Reinigungshinweis bei. Eine mögliche Ge-brauchsanweisung halte ich für nicht nötig, da der Therapeut schon bei der Sichtung des Kataloges Vorstellungen für die Arbeit mit diesem Kasten und seine Möglichkeiten entwickelt.

8.5.2 Nepomuk

Der Entwurf Nepomuk befasst sich auch mit Schulung der Grob- und Feinmotorik der Hände und der Finger, wie auch einige technischen Aspekte zu „Samira“ identisch sind. Jedoch ist bei diesem Entwurf die Form der einzelnen Elemente sehr unterschiedlich zu dem zuerst beschriebenen Entwurf.

8.5.2.1 Aufbau der einzelnen Elemente

So gleicht die Kontur einer Ellipse mit den Ausmaßen 70 * 60 * 40 mm die auf der unteren Seite angeschnitten ist. Diese Form lässt sich, wie Versuche mit Kindern zeigten, sehr gut auf unterschiedlichste Arten greifen. An den Seiten besitzt sie zwei eingelassene Vertiefungen, die dem Kind eine Positionierung des Daumen und des Zeigefingers von allen Seiten ermöglichen. Diese sind von Bedeutung, um etwas diese einzelnen Elmente mit dem Pinzettengriff zu nehmen. Oder Griffübungen mit verschiedenen Fingerpaaren zu machen.

Die Formtrennung bei diesen Elementen verläuft jedoch durch die Mittelachse, so dass sich zwei spiegelsymmetrische Teile ergeben. Dabei ist eins der Teile mit einem Falz versehen, durch die das gegenseitige Element gefasst wird und mögliche Unebenheiten durch ein mögliches Schrumpfverhalten des Spritzgussmaterials kaschiert werden können. Jedoch darf diese Falz nicht ganz dem Radius der Außenkontur folgen, dass sich sonst beim Spritzgießen ein Hinterschnitt ergeben würde und wohl nicht mehr zu begradigen wäre. Aus diesem Grunde befindet sich in dem gegenüberliegenden Teil eine Aussparung, die die Fase im Ausmaß übersteigt, dass die Falz etwas Luft hat. Den eigentlichen Halt bekommen die zwei Seitenelemente jedoch über eine „Dübel“ und „Dübellochverbindung“. Um eine solche Fixierung zu erreichen sind in dem einen Spritzgussteil die Dübel integriert, die in das spiegelsymmetrische Element greifen. Dort greifen sie dann in die entsprechenden „Dübellöcher“, in die diese dann gedrückt werden. Zum erneuten Öffnen dieser zwei Elemente werden diese dann nur noch mit etwas Kraft auseinander gezogen.

Wie auch bei dem Entwurf „Samira“ gab es bei diesem Entwurf eine Erprobung des Volumens durch Modell mit Kinder (s. Abb 49).

8.5.2.2 Material

Das Material des Entwurfes Nepomuk ist identisch mit dem des Entwurfes Samira. Aus diesem Grunde verweise ich auf Punkt 8.5.2.1.2

8.5.2.3 Visualisierungen des Gleichgewichtes

Nepomuk weißt die gleichen technischen Aspekte auf wie Samira, da auch dieser Entwurf sich mit Handlungen im Raum, und mit Bezug zum Raum beschäftigt und den Kindern auch in diesem Zusammenhang einen direkten Bezug zu ihren Taten geben soll. Ferner kann man dem Kind durch den Umgang und mit den Übungen mit dem Entwurf ein größeres Wissen über sein Körperbewusstsein und dessen Fähigkeiten geben.

Aus diesem Grunde möchte ich die technischen Details bezüglich der LED-Technik und des Piezo-Summers an dieser Stelle nicht mehr erklären, da diese in ihrer Summe identisch wäre. Um dieses zu verhindern sollen die einzelnen Darstellungen die technischen Aspekte veranschaulichen. Jedoch möchte ich Unterschiede in der Technik oder ihrer Komponenten nennen.

Bezüglich der LED-Technik kommen bei Nepomuk nur 2 anstatt drei Dual-LED zum Einsatz. Diese einzelne LED sind so angebracht, daß sie bei unterschiedlichen Griffpositionen mindestens eine zu sehen bleibt. Vielleicht löst das Erscheinungsbild bei den Kindern auch unterschiedliche Assoziationen aus, wenn sie in diesem Element z.B. ein Ufo oder etwas mit Hörnern sehen und sich dann aus diesen Ideen eine Handlung oder Spiel entwickelt, das der Therapeut zu seinen Gunsten ausnutzt und es nach seinen Aspekten umgestaltet.

Mit Bezug auf die Visualisierung durch die Libelle ist beim Entwurf Nepomuk zu bemerken, dass sich die Außenkontur der Libelle von der des ersten Entwurfes unterscheidet. Diese neue Form ergibt sich alleine durch die veränderten Radien der Außenkontur. Es war während des Entwurfprozesses auch angedacht die Libellen beider Entwürfe identisch zu gestalten, da der Grundaufbau bei beiden gleich ist, aber dieses wurde verworfen da eine Oberflächenkontur immer unterbrochen würde und so kein Abschluss mehr geboten wäre.

Für alle Komponenten, die nachträglich die Oberfläche durchbrechen, wie die LED und die Libelle, würden die Aussparungen nach dem Spritzguss erfolgen. Dies wäre ein einfacherer Weg, als die Spritzgussform anzupassen. Ferner würde man so mögliche Toleranzen bezüglich dem Schrumpfverhalten des Materials ausgleichen können. Das Schrumpfverhalten des von mir erwünschten Materials liegt nach Angaben des Herstellers zwischen 0,1 bis 0,3 %.

Darüber hinaus ist die Lagerung der Platine hier eine andere, da sie schon durch die Kontur der Außenform verändert sein muß. In diesem Entwurf befindet sie sich waagerecht in der Mitte des Körpers und läßt ein wechseln der Batterien auf der Unterseite sehr gut zu. die Technik ist so angebracht, daß sie genau in den Körper paßt und dieser somit so klein wie möglich und so groß wie nötig sein kann. Auch bei Nepomuk würden die elektrischen Komponenten durch einen kleinen Schalter über die Unterseite des Bodens An oder Aus geschaltet.

8.5.2.4 Farben

Wie Samira lässt sich auch Nepomuk durch die Farbgebung sortieren oder in eine gewisse Ordnung bringen oder nur durch die farblichen Bereiche in einer Handlung integrieren. Die Farbtöne sind dabei identisch mit denen des zuerst beschrieben Entwurfes.

Die farblichen Bereiche sind in diesem Entwurf die Vertiefungen an den Seiten, die eigentlich der Positionierung zweier Finger dienen sollenund nicht Bereiche auf der Oberfläche wie bei dem Entwurf Samira. Die einzelnen Vertiefungen sind jeweils in einer unterschiedlichen Farbe lackiert, so daß auch diese sich in eine Reihung bringen lassen würden.

Während der Entwurfsphase gab es auch hier zahlreiche Überlegungen, welche Bereiche der Oberflächen farblich gestaltet werden sollen und ob auch diese Form mit einer Oberflächenstruktur versehen werden sollte. Jedoch nahm ich von der Oberflächenstruktur bei diesem Entwurf abstand, da er in seinen Ausmaßen geringer ist und somit leichter von der ganzen Kinderhand umschlossen werden kann. Außerdem wären Oberflächenstrukturen mit unterschiedlichen Ausmaßen auf einer recht kleinen Fläche schwer zu realisieren, damit diese nicht störend wirken sollen. Durch die Eigenschaften und durch die Form dieses Entwurfes sollen die motorischen Fähigkeiten des Kindes geschult werden. Dabei könnte die Opposition der Finger eine große Rolle spielen. Aber die Einsatzmöglichkeiten dieses Entwurfes sind wohl vielschichtiger, das sich neue Aspekte entwickeln können. Einige dieser Einsatzmöglichkeiten werde ich weiter unten beschreiben.

8.5.2.4 Versandbox

Die Elemente des Entwurfes Nepomuk werden ebenfalls in einer passenden Holzkiste vertrieben. Diese Holzkiste oder Versandbox beschreibt die Ausmaße von 190 * 232 * 90 mm. Die Höhe ergibt sich dadurch, daß die einzelnn Elemente auf einer Seite stehend gelagert werden, damit sie eine möglichst geringe Grundfläche in Anspruch nehmen. Sowohl die Versandbox für Nepomuk, als auch die für den Entwurf Samira geben diesen einen festen Ort der Aufbewahrung. Ferner bietet auch diese Box wieder die Möglichkeit zusätzliches Material, wie elektronische Ersatzteile zu lagern.

Wenn man diese zwei Entwürfe miteinander vergleicht, weisen sie teilweise selbe Funktionsprinzipien auf, aber unterscheiden sich in anderen Aspekten, wie Oberfläche, Form und in der Anordnung der Farbbereiche. So besitzt der Entwurf Nepomuk keine Reizung für das taktile System auf seiner Oberfläche.

8.5.3 Equilibrium 01

Equilibrium ist ein Add-On für bereits existierende Geräte, wie z.B. das Schaukelbrett, die sich in eine Achse bewegen. Wie die beiden vorher beschriebenen Entwürfe befasst sich auch dieser mit der Signalgebung beim Verlassen eines Gleichgewichtes oder einer Waagesituation.

Um diese Idee eine Signalgebung auch auf bereits bestehende Geräte übertragen zu können entwarf ich eine schlichte Form, die sich möglichst unsichtbar, aber dennoch zugängig an bestehende Geräte integieren oder besser gesagt, an ihnen befestigen läßt.

Da alle Schaukelbretter aus einem Standbrett und mindestens zwei Kreisprofilen bestehen, die in einem 90 Grad Winkeln auf dem Brett befestigt sind, habe ich einen Quader als Grundkörper gewählt, da dieser sich sehr eng an einen vorhanden festen Winkel anschmieden kann, ohne daß es zu Mißverständnissen bezüglich der Befestigung kommen könnte. Erste Überlegungen bezüglich einer sanfteren Form wurden verworfen, da diese dem Zweck nicht angemessen waren oder keinen sauberen Abschluß mit dem vorhandenen Therapiegerät zugelassen hätten. Für einen Arbeitsbereich, wie der in Kliniken, Praxen oder anderen Einrichtungen, in denen sehr auf Hygiene geachtet werden muß und wird, war es mir ein großes Anliegen mögliche Vermutzungsecken oder schlecht zu säubernde Stellen zu vermeiden.

Um eine möglichst korrekte Befestigung sicher zu stellen, nutze ich noch weitere gestalterische Mittel, um diese möglichst eindeutig zu machen. Da der Körper bereits einiges des Tones durch sein Material schluckt, gibt es an einer Seite des Korpus Löcher mit einem Durchmesser von 2 mm. Diese Löcher sind in einer sternförmigen Anordnunggebort, so daß sich die zwei senkrecht aufeinader stoßenden Achsen exakt in der Mitte des Korpuses und auf der Höhe der Platine, auf der sich der Summer befindet, treffen. Aus diesen Aspekten ergeben sich nun Möglichkeiten, den Quader ohne langes anzeichnen, ausrichten oder große Bauanleitung anzubringen. Um diesen in die genaue Ausgangssituation zu befestigen braucht man somit nur noch die Mitte des Schaukelbrettes möglichst nahe an einem der zwei Kreisprofile anzuzeichnen. Wenn dieses geschehen ist, müßte man nur noch Equilibrium mit der senkrechten Lochreihe zur längeren Körperachse mit dieser Anzeichnung in Deckung zu bringen. Die anderen Montagepunkte ergeben sich durch die zwei geschlossenen Flächen, die sich einmal mit der Fläche des Holzprofils und einmal mit der Unterseite des Brettes zur Deckung bringen lassen. Somit wäre das Element sicher in zwei Achsen mit dem Schaukelbrett synchron und das nun „aufgerüstete“ Schaukelbrett sehr schnell wieder einsatzbereit.

Bezüglich der Befestigung des Add-On wären mehrere Arten möglich, von denen jedoch das einfache Verleimen die schnellste, haltbare Verbindung wäre. Man könnte sich auch vorstellen diese Komponente schnell durch ein starkes doppelseitiges Klebeband zu verbinden. Jedoch eine sehr sichere und auch wieder lösbare Verbindung ergibt sich durch zwei Aussparungen auf der Oberseite des Quaders. Diese ermöglichen das Durchführen von Senkkopfschrauben. Durch eine anschließende Verschiebung des Quaders nach rechts kommt es zu einer sicheren Verbindung, da die Schrauben nun in den Körper greifen und diesen halten. So entsteht quasi eine „Klemmung“ zwischen Schaukelbrett und dem Add-On. Damit es jedoch zu dieser Klemmung kommt, müßten die Schrauben in einem festen Abstand zum Kreisprofil und zueinander in das Holzbrett geschraubt werden. Selbst zum Brett bedürfen sie einen festen Abstand, damit sie gerade die Materialstärke des Quaders hinterschneiden und diesen sicher halten.

Equilibrium besteht im einzelnen aus einer sich in einer umlaufenden Nut befindenden Platine, die die einzelnen elektronischen Elemente beherbergt. Da in diesem Zusammenhang andere Anforderungen an die Technik gestellt werden und das Element quasi unsichtbar ist, habe ich die Ausmaße in der Länge etwas großzügiger bemessen, um die entsprechende Technik integrieren zu können.

Die veränderten Anforderungen an das Add-On ergeben sich aus einer längeren „Gebrauchs- oder Einsatzzeit“ in den jeweiligen Einrichtungen. Aus diesem Grunde ist die Stromzuführung eine andere als bei den zwei zuvor beschriebenen Entwürfen. So läßt die längere Bauweise die Integrierung von schnelladefähige Akkus, die erstens eine längere Betriebszeit, als auch eine wartungsfreundlichere Benutzung bieten. So sind diese Akkus über Lotfahnen direkt mit der Platine verbunden und werden über einen Stecker auf einer Kopfseite des Quaders mit Strom versorgt, wenn dieser gebraucht wird. Über diese Steckerverbindung wären die Akkus nach ca. einer Stunde wieder voll einsatzbereit.

Da sich die Schaukelbretter lediglich in einer Achse bewegen, bedarf es auch nur zwei Neigungsschalter, die den Stromkreis schließen würden, um den Summer genug Strom zu geben, dass dieser einen Ton von sich geben würde. Um den Stromkreis jedoch gegebenfalls ganz zu unterbrechen, befindet sich auf der anderen Kopfseite des Körpers ein Schalter. Es ist ein Tast-Schalter mit einer größeren Tastfläche, da ein Miniaturschalter, wie er in den ersten beiden Entwürfen zum Einsatz kommt keinen Sinn machen würde. Der Schalter muß größer dimensioniert sein, da dieser auch „blind“, tastend erreichbar sein muß und gegebenen falls auch schnell zu erreichen sein muß. Bei der Verwendung eines Schalters habe ich darauf geachtet, daß dieser möglichst wasserdicht oder spritzwassergeschützt ist, damit das Therapiegerät sichter zu reinigen wäre.

Die Kopfseite, in der sich auch der Stecker für das Ladekabel befindet, kann der aus dem Körper gezogen werden, nachdem eine kleine Schraube gelöst wurde. Das kopfseitige Teil wird in die Form geschoben und seitlich durch die Schraube fixiert. Eine solche Öffnung ist auch hier notwendig, da eventuell die technischen Komponenten gewartet werden müssen.

Die einzelnen Seitenelemente des Quaders sind mit einem Gehrungschnitt versehen und ergeben somit eine sehr genaue Außenkontur und eine gute Stabilität.

8.6 Die Entwürfe in der Therapie

Die von mir entwickelten Elemente der Therapiegeräteboxen Samira und Nepomuk lassen sich auf unterschiedliche Weise in den Therapien einsetzen. Da sich die Einsatzmöglichkeiten teilweise überlagern wird von einer expliziten Trennung an dieser Stelle abgesehen.

Die einzelnen Elemente könnten durch den Therapeuten z.B. bei einer Hemiplegie für die Schulung der Hand einsetzen werden. Eine solche Schulung könnte etwa die Steigerung der Feinmotorik sein, da die einzelnen Elemente auf unterschiedliche Arten gegriffen werden können. Da der Therapeut erst in der Lage ist die Feinmotorik der Hand zu schulen, wenn das Kind in der Lage ist das Therapiegerät zu fassen und dieses dem Kind eine Steigerung seiner Fähigkeiten bietet, sind diese so gestaltet, dass sie viele Griffpositionen zulassen. Eine solche mögliche Schwierigkeitsgradanpassung durch den Therapeuten wollte und habe ich in meinem Entwurf realisiert. So liegt es am Therapeuten die Fähigkeiten des Kindes zu beurteilen und dann aus diesen Erkenntnissen die nötigen und möglichen Griff- oder Handmotorikübungen zu realisieren. Dieses von meiner Seite aus zu machen wäre sehr vermessen und auch unmöglich, da jedes Kind individuelle Fähigkeiten besitzt. Jedoch will und kann ich einige Beispiele für den Einsatz geben.

Eine Schulung der Feinmotorik der Hand könnte z.B. im Greifen liegen. Ferner wäre die Verfeinerung der Motorik der Hand durch eine Verlagerung der einzelnen Elemente von Punkt A zu Punkt B denkbar. Etwa wenn das Kind am Tisch, auf der Matte oder vor einem Podest sitzt, auf dem sich zwei oder drei Elemente befinden. Eine Übung könnte nun sein, dass das Kind die einzelnen Elemente greifen soll und von Punkt A sicher und konzentriert zu Punkt B heben und sie dort wieder ablegen soll. Oder das man die einzelnen Elemente mit einem größeren Abstand zueinander auf einer Fläche in Griffweite des Kindes positioniert und das Kind diese an einer zentralen Stelle, zu der alle den gleichen Abstand haben, in gleicher Orientierung anordnen soll. Darüber hinaus wäre mit dem Entwurf aber auch die Schulung der Hand-Hand-Koordination trainierbar. Etwa wenn das Kind die Elemente von Punkt A aufnehmen soll und es dann, nachdem es sie in die andere Hand übergeben hat an Punkt B wieder ablegen würde. Durch die Form der einen Elemente könnte sich auch ein sehr instabiler Turm bauen lassen, indem man diese verkehrt herum aufeinander stapeln würde. Mir ist klar, dass die Kinder eventuell keinen Turm zusammensetzen können, der aus mehr als vier Elementen besteht. Aber auf die Höhe kommt es hierbei nicht an, denn der Turm wäre eher das spielerische Mittel zum Zweck. Vielmehr geht es darum die Entfernungen der einzelnen Elemente zueinander abzuschätzen, ein Gespür zu entwickeln, um die einzelnen Elemente aufeinander absetzen zu können. Dabei ist die Feinmotorik der Hände ein sehr großer Faktor, da es darum geht die wackligen Elemente möglichst sicher aufeinander zu stapeln.

Darüber hinaus könnte das Greifen dieser Elemente aber auch nur hintergründig von Bedeutung sein, wenn das Kind z.B. die Elemente in einer spielerischen Übung auf den ganzen Fußboden des Raums anordnen kann oder diese z.B. von einer Seite des Raumes zur anderen Seite des Raumes bringen soll und dabei über einen Hindernissparcour muss. Dies wäre eine Möglichkeit, mit meinem Entwurf etwa der Schulung des Gangbildes dienlich zu sein, da der Therapeut in diesem Zusammenhang eher auf die korrekte Fuß-, Bein- und Hüftstellung achten würde, als auf das eigentliche Greifen.

All diese Übungen, die sich noch fortführen lassen würden beziehen sich nur auf das reine Greifen und Hantieren mit meinem Entwurf. Doch nur dieses würde der Arbeit der Therapeuten und meiner nicht gerecht werden. So ist es ferner möglich den Entwurf als Schulung der taktilen Wahrnehmung zu verstehen. So lassen sich die unterschiedlichen Oberflächen auch fühlerisch erkunden. So entstehen hier Übungen, die man mit verdeckten oder sichtbaren Elementen machen könnte. Etwa das Benennen der Oberfläche. Es würden sich Fragen wie: Sind es längere oder kürzere Querrillen oder sogar Noppen? Wie viele Längs- oder Quererillen gibt es? Sind diese Rillen alle gleich lang oder gleich dick? Wo verlaufen sie am Körper? Wo gibt es in der Umgebung des Kindes ähnliche Rillen? ergeben. Mir ist bewusst, dass für sehr kleine Kinder oder für Kinder mit starker Behinderung dieser Bereich eventuell schwer sein kann, aber dennoch möchte ich dem Therapeuten auch diese Option bieten. Ich kann mir das Verlagern der Elemente von Punkt A zu Punkt B auch bei einem Kind mit Klumpfüßen vorstellen, das seine Füße nicht richtig belasten mag. Dazu könnte man das Kind auf ein kleines Luftkissen, das in etwa der Sitzfläche entspricht, setzen. Links und rechts von ihm würde man ein Gefäß aufstellen, die jedoch immer noch in der Reichweite des Kindes stehen würden. In einem der Gefäße lägen meine Elemente und das weitere wäre leer. Da das Kind quasi auf einem unsicheren Untergrund sitzt, sitzt es selber sehr unsicher und muss sich somit mit den Füßen abstützen und dessen Stellung und Positionen immer wieder der Bewegung des Oberkörpers anpassen. Nun würde das Kind die Elemente aus der einen Box in die andere legen und somit unter der Kontrolle des Therapeuten die Füße unweigerlich einsetzen. Der Therapeut würde gegebenenfalls die Stellung der Füße korrigieren.

Ferner habe ich in meinem Entwurf wie bereits beschrieben eine Möglichkeit integriert zu sehen, ob man das Element in der Waage hält. Dieses ermöglicht eine feinere Schulung der Motorik oder dient einer Aufmerksamkeitssteigerung des Kindes in allen Übungen, da es so nun auch sein direktes Handeln sehen kann. Ich könnte die vorher beschriebenen Übungen, die nur ein sehr kleiner und grober Teil der möglichen Übungen sind unter dem Gesichtspunkten dieser visuellen Kontrolle des eigenen Handelns wiederholen, was ich allerdings nicht möchte.

Darüber hinaus biete die Möglichkeit das Element möglichst in der Waage zu halten eine schöne Möglichkeit für die Behandlung nach dem Bobath-Konzept auf dem Pezziball. Bei Beobachtungen dieser Behandlungen ist mir aufgefallen, dass viele Kinder nach einer gewissen Zeit die Lust verloren ihren Oberkörper aktiv entgegengesetzt zu den Bewegungen des Therapeuten zu bewegen. Quasi, damit die Kinder die Bewegung, die der Therapeut verursacht ausgleichen, um ein Abrutschen zu verhindern. Hierbei wäre eins meiner Elemente sehr gut einsetzbar, da es dem Kind eine spielerische Umsetzung der eigenen Bewegung gibt und es versuchen kann mit einer Gegenbewegung das Element wieder in die Waage zu bringen. Somit würde das Kind durch einen Spieltrieb dazu angehalten die Bewegungen des Therapeuten durch die eigenen auszugleichen.

Ferner könnte man die Elemente auch bei der Behandlung von Babys einsetzen. Etwa bei der Beübung des Drehvorgangs. Hier könnte eins der Elemente als visueller Ausgangsreiz für die Drehung eingesetzt werden, wie ich es in der Recherche schon beschrieb.

All diese Möglichkeiten können im Einsatz mit Kindern um Retardierungen, Hemiplegien in Folge von infantilen Zerebralparesen oder die Schulung der motorischen Fähigkeiten bei den genannten Syndromen, wie auch beim Downsyndrom hilfreich sein.

Eine Übung, die man z.B. mit Nepomuk sehr gut durchführen könnte, wäre die Opposition des Daumens zu beüben. Hierzu könnte man je nach Alter des Kindes einfache Anweisungen geben, das Kind solle Nepomuk abwechselnd zwischen den Daumen und die übrigen Finger greifen und so durch festhalten und Drehung einen Ton erzeugen. Hierbei wäre der Ton kein Signal eines Fehlverhaltens, sondern wird genau entgegengesetzt eingesetzt. Hier gibt der Ton die Bestätigung für eine richtige Handlung.

Bei kleineren Kindern könnte man dies spielerisch erreichen, indem das Kind z.B. ein Ufo in Nepomuk sieht mit dem es eben mit diesem Griff durch den Raum fliegt oder auch verschiedene Teile von Nepomuk von einem Behälter in einen anderen räumt.

Bei einer hemiplegischen Hand wiederum könnte man zuerst die Sensibilität fördern, indem man das Kind mit der betroffenen Hand über Nepomuk streichen lässt, um danach den Faustschluss zu üben oder wie oben schon genannt die Opposition des Daumens. Darüber hinaus wäre es möglich die Dorsalextension und Palmarflexion, sowie die Supination und Pronation zu beüben. Dies könnte man erreichen, indem das Kind Nepomuk festhält und durch die Bewegung der Hand und/oder des Unterarmes einen Ton erzeugt.

Aber auch bei Fußfehlbelastungen wäre ein Einsatz von Nepomuk denkbar. Hier könnte man das Kind auffordern mit Nepomuk in der Hand einen Ton zu erzeugen und gleichzeitig auf Zehenspitzen über ein Seil zu gehen. Dies würde die Übung für das Kind attraktiver gestalten, als wenn es nur über das Seil geht. Durch diese einfache Übung hätte man eine Koordinationsschulung, eine Gleichgewichtsschulung, eine Kräftigung der Fußmuskulatur, eine Förderung der Feinmotorik und eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit in einem erreicht.

Nepomuk ließe sich aber auch bei der Behandlung von Säuglingen einsetzten. So könnte hier der Therapeut bei der Beübung des Drehvorganges mit Nepomuk einen Ton erzeugen, um somit die Aufmerksamkeit des Kindes zu erlangen und es zum Drehen zu animieren.

Eine koordinativ sehr anspruchvolle Übung mit Nepomuk wäre es das Kind auf den Pezziball zu setzen und es aufzufordern einen Ton mit Nepomuk zu erzeugen. Hat es dieses geschafft, beginnt der Therapeut Widerstände am Pezziball zu geben und das Kind erhält den Auftrag gleichzeitig den Ton zu halten und sich durch die Widerstände nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Auch hier hätte man eine Feinmotorikschulung der Hand und gleichzeitig eine Gleichgewichts- und Koordinationsschulung erreicht.

Die ist nur eine sehr geringe Auswahl an möglichen Übungen, die sich mit Nepomuk durchführen ließen. Viele weitere Übungen ergeben sich aber auch während der Therapie, indem das Kind eigene Ideen einbringt und der Therapeut sich diese zu nutzen macht um die Therapieziele zu erreichen.

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Das Bild zeigt den Entwurf Samira. Klick zum grossen.
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